




Ich bin für eine Senkung der Mehrwertsteuer. Viel zu hoch! Ich schreibe das nicht aus den üblichen Gründen, als Freiberufler ist die Mehrwertsteuer immer ein durchlaufender Posten. Und inzwischen hab ich das auch kapiert. Aber ich bin sicher, dass die eine oder andere Freiberuflichkeit daran scheitert, dass in vermeintlich hohen Beträgen die Übersicht "etwas" verloren geht. Was das bedeutet?
Nehmen wir an, es ist ein langer Monat und Du hast einen Satz ausgehandelt. Sagen wir, du arbeitest 20 Tage und bekommst 900,00 EUR netto am Tag. Dann schreibst du netto 18.000,00 EUR auf deine Rechnung. Zuzüglich Mehrwertsteuer beträgt deine Rechnung 21.420,00 EUR. Stolze Summe für einen Monat! Geil, oder? Das ist immer ein tolles Gefühl, so viel Geld und das Projekt geht ja auch noch eine ganze Weile.
Weil du in den nächsten Monaten so viel arbeitest, kommt noch mehr und du hast ja kaum Zeit, das Geld auszugeben. Und nun? Gönn Dir! Merkst du gar nicht, wie du dir Wünsche erfüllst, die nur einen Klick entfernt sind.
Das Problem: Netto bekommen hast du ja doch nur 18.000,00 EUR, die Mehrwertsteuer zieht das Finanzamt in zwei Monaten wieder ein. Vom Rest solltest Du noch die Einkommenssteuer abziehen. Sagen wir 6.500,00 EUR. Bleiben noch 11.500,00 EUR. Dann kommt ja noch der Rentenblock, Versicherungen (BU, KV, etc.), Steuerberatung und Buchhaltung (wann willst du das denn selbst machen, sonntags?), Betriebshaftpflicht etc.
Bleiben noch vielleicht 7.000,00 EUR. Das ist dann der Block für die "privaten Kosten", die auch ein Angestellter tragen muss. Immer noch viel, keine Frage - aber im Vergleich zu 21.420,00 EUR aus der Rechnung? Vergiss nicht, von dem Geld musst Du auch leben können, wenn du von heute auf morgen raus bist aus dem Projekt, und das kann immer passieren - auch unverschuldet.