




Ich kann hier nur für mich sprechen, für diese Diskussion gibt es ja einen ganzen Industriezweig an Versicherungs- und Vermögensberatern. Daher schildere ich dir meine persönliche Situation. Zunächst: Ich habe noch nie in die Rentenkasse eingezahlt, zumindest nicht nennenswert. Ich bin in meinem gesamten Berufsleben Freiberufler und muss mich selbst um meine Rente kümmern. Daher ist mein Szenario am ehesten mit Menschen vergleichbar, die schon früh Freiberufler sind.
Ich habe eine Rürup-Rente. Die ist nach dem Bundesminister benannt, der das Gesetz zur privaten Vorsorge mit staatlicher Unterstützung auf den Weg gebracht hat. Man nennt sie auch „Basisrente“. Die Idee dabei ist, dass du die Beiträge direkt von der Steuer absetzen kannst - sie sind von deinem zu versteuerndem Einkommen abziehbar. Im Jahr 2023 sind das nun 100 % (vorher war es weniger).
Nehmen wir an, du hast 100.000 € als zu versteuerndes Einkommen und 10.000 € in die Basisrente eingezahlt. So würdest du (unverheiratet) vor der Einzahlung 33.750 € Steuern und Soli bezahlen. Wenn du die 10.000 € in diesem Jahr einzahlst, dann sind es noch 29.050 € an Steuern und Soli. Du bekommst für die 10.000 € rund 4.700 € vom Staat. Das entspricht ungefähr der Hälfte.
Ich selbst bezahle ca. 18.000 € im Jahr für meine Basisrente.
Was ich dafür bekomme? Das ist natürlich noch nicht klar, und hängt in meinem Fall auch von der Entwicklung an den Aktienmärkten ab. Generell haben viele der Basisrenten-Produkte ein Fonds und ETF Konzept. Die Wahl der Fonds und ETFs ist eingeschränkt, schließlich dürfen diese, bei staatlicher „Zuzahlung“ nicht zu risikoreich sein. Aber immerhin. Bei meiner Versicherung kann ich die Fonds und ETFs auch wechseln. Wichtig dabei noch: Da ich ja auf einen Horizont von mehr als 20 Jahren einzahlt, ist bei der Fonds-Auswahl wichtig, welche globalen Player langfristig eine Rolle spielen.
Wichtige Punkte dabei noch, die mich immer wieder dazu verleiten, das Konzept für mich zu überdenken:
Ich bin zusätzlich in Immobilien investiert. Die Niedrigzinsphase und verschiedene andere Gründe haben mich dazu gebracht. Was ich damit mache, weiß ich noch nicht.
Ich investiere auch direkt in Einzelaktien und Fonds, das will ich gar nicht weiter ausführen.
Meinen Split für Vorsorge will ich jetzt nicht komplett darlegen, das ist ja auch eine schwierige Diskussion. Dennoch so viel: Immobilien und Basisrente sind die größten Posten.
Spätestens, wenn du eine Familie gründest, musst du dir Gedanken machen. Klar, das müssen alle, bei unserer demografischen Entwicklung. Ich weiß, dass es vielen Freiberuflern schwerfällt, Geld für „später“ auszugeben. Je jünger, desto schwerer. Wenn du den Schritt gehen möchtest, musst du dich auch aktiv damit beschäftigen.
Einkommensteuerberechnung über https://www.bmf-steuerrechner.de/ekst/eingabeformekst.xhtml am 08.09.2023
Wie ich als Freiberufler vorsorge, ohne in die Rentenkasse einzuzahlen.